Barrierebrecher gewinnen Grimme Online Award 2025

8. Oktober 2025

Foto: Mareen Meyer / Grimme-Institut

Helmut Wieser und Michael Stadler (v. l.) mit dem Grimme Online Award 2025

Foto: Mareen Meyer / Grimme-Institut

(v.l.) André Dietz, Helmut Wieser und Michael Stadler  mit dem Grimme Online Award 2025

Dieser Abend im Colosseum Theater in Essen wird mir wohl für immer in Erinnerung bleiben. Gemeinsam mit meinem Team von den „Barrierebrechern“ durfte ich den Grimme Online Award 2025 in der Kategorie „Wissen und Bildung“ entgegennehmen – eine Auszeichnung, die mich ehrlich gesagt fast sprachlos gemacht hat.

Als wir auf der Bühne standen und Schauspieler André Dietz die Laudatio hielt, wurde mir noch einmal bewusst, warum wir das alles machen. Er sprach davon, dass wir Menschen mit Behinderung eine Stimme geben, dass wir Themen sichtbar machen, die sonst oft übersehen werden. Besonders berührt hat mich, als er von seiner eigenen Tochter erzählte und davon, wie wichtig es ist, dass Betroffene selbst gehört werden. Genau das ist auch unser Antrieb.

Für mich persönlich bedeutet dieser Preis unglaublich viel. Er zeigt mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mir ist es ein großes Anliegen, dass Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft sichtbarer werden. Viel zu oft erleben sie im Alltag Diskriminierung oder werden schlicht übersehen. Mit unserer Arbeit wollen wir genau das verändern und ein Bewusstsein schaffen.

Ich denke dabei auch oft an den Mut, den es braucht, sich zu zeigen und offen über die eigene Behinderung zu sprechen – gerade im Internet. Umso beeindruckender finde ich, wie viele Menschen sich inzwischen bei uns melden und ihre Geschichten teilen. Unser Format „Was ist deine Behinderung?“ ist für mich dabei etwas ganz Besonderes. Es ermöglicht ehrliche, manchmal auch aufrüttelnde Einblicke und zeigt, wie vielfältig die Perspektiven sind.

Dass wir mittlerweile Einsendungen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz bekommen und so viele Menschen erreichen, hätte ich mir am Anfang nie vorstellen können. Umso schöner ist es zu sehen, wie groß das Interesse und die Unterstützung sind.

Für mich persönlich ist dieses Projekt ein echter Gewinn. Ich lerne immer wieder besondere Menschen und ihre Geschichten kennen, die mich berühren und zum Nachdenken bringen. Mein Wunsch bleibt, dass wir als Gesellschaft ein Umdenken schaffen – hin zu mehr Respekt, mehr Anerkennung und mehr Toleranz gegenüber Menschen mit Behinderung. Ich glaube fest daran, dass uns genau das alle miteinander verbindet.