Die Beelitzer Heilstätten sind ein weitläufiges, historisches Klinikgelände südwestlich von Berlin. Die Anlage wurde Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts als Heilstätte für Menschen mit Lungenerkrankungen aufgebaut und später in verschiedenen Zeiten auch als Krankenhaus und Lazarett genutzt. Noch heute erzählen die großen Backsteinbauten, langen Flure und Pavillons von dieser bewegten Vergangenheit.

Heute ist das Gelände ein besonderer Ort zwischen Denkmalschutz, Natur und Neuanfang: Einige Bereiche werden wieder genutzt und saniert, andere Gebäude stehen leer und wirken wie stille Zeitzeugen. Ein beliebtes Highlight für Besucher ist der Baumkronenpfad, der hoch über dem Boden verläuft und spannende Ausblicke auf die Architektur und die umliegenden Wälder bietet.

Der Frauenpavillon

Der Pavillon war das erste Bettenhaus für lungenkranke Frauen. Der Grundriss folgte dem „Prinzip der kurzen Wege“: Toiletten, Wasch- und Baderäume, Untersuchungszimmer und Speisesaal waren schnell erreichbar. Die Patientinnenzimmer lagen auf der sonnigen Südseite mit freiem Blick in den Park. Verwirrend ist, dass das Gebäude im Lauf der Zeit unterschiedlich nummeriert wurde, etwa als BII oder AIV.

Das Haus aus der ersten Bauphase wirkt wie ein verwunschenes Schloss mit morbidem Charme, ist jedoch stark beschädigt – besonders am Dach – und weist Vandalismusspuren auf. Seit dem Ankauf 2019 durch die HPG Projektentwicklungs GmbH laufen Sicherungsmaßnahmen; eine denkmalgerechte Sanierung und spätere touristische Nutzung, etwa für Ausstellungen und Veranstaltungen, sind geplant. Führungen finden bereits statt, außerdem dienen Werkstatt und Lagerräume vorübergehend der Aufbewahrung gesicherter Relikte aus der Heilstättenzeit.


Die Chirurgie

Das Chirurgiegebäude zählt zu den letzten errichteten Bauten der Beelitzer Heilstätten. Ab 1930 konnten hier auch schwer an Tuberkulose erkrankte Patientinnen und Patienten in drei Operationssälen behandelt werden. Untergebracht waren sie überwiegend in Einzelzimmern. Bis 1994 befand sich in dem Haus ein modernes Militärkrankenhaus.

Auch in seinem sanierungsbedürftigen Zustand beeindruckt das Gebäude durch seine klare, expressionistische Architektur. Der freistehende Bau weist am Dach deutliche Schäden auf, die unter anderem durch Materialdiebstahl entstanden sind. Hinzu kommen Vandalismusschäden nach dem Abzug der russischen Streitkräfte, etwa fehlende Fensterscheiben und zerstörte Türen. Der heutige Eigentümer, die HPG Projektentwicklungs GmbH, beseitigt diese Schäden nach und nach und sichert das Gebäude. Geplant ist unter anderem eine Nutzung für Verwaltungszwecke des Erlebnisparks. Erste Arbeiten zur Belebung des östlichen Kopfbaues sowie zur Sicherung des Daches begannen 2019. Führungen durch das Gebäude werden bereits angeboten.


Das Alpenhaus

Das Alpenhaus wurde bis 1907 als Unterkunft für 273 Patientinnen errichtet. Auf dem Dach befand sich einer von drei miteinander verbundenen Wasserbehältern des Heilstättenareals. Gegen Kriegsende wurde das Gebäude in Brand geschossen; nach 1945 nahm man es nicht mehr in Betrieb. Seitdem wird es Schritt für Schritt von der Natur zurückerobert.

Heute gilt das Alpenhaus als größte Ruine eines Profanbaus in Brandenburg. Weitgehend von Pflanzen überwuchert ragt der Baukörper in beeindruckender Größe aus dem Waldpark heraus und erinnert zugleich an die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs. Seit 2015 führt ein erster Abschnitt des Baumkronenpfades über das Alpenhaus hinweg und ermöglicht einen sicheren Blick in die verschiedenen Etagen – darunter auch auf das seit April 1945 entstehende Biotop im Dachgeschoss sowie auf das markante Stahlskelett des Wassertanks. Bei Führungen werden technische Relikte ebenso gezeigt wie Spuren von Filmarbeiten und die sichtbaren Zeichen, wie Pflanzen und Tiere das Gebäude erobern. Das Alpenhaus bleibt bewusst als Erinnerungsort und als Beispiel der Verfallsphase der Beelitzer Heilstätten im heutigen Zustand erhalten.


Luftschutz Deckungsgraben

Die leicht gekrümmten unterirdischen Gänge von denen es allein im Quandranten  A  drei Anlagen gibt, entstanden in den letzten Kriegsjahren des 2. Weltkrieges und dienten dem Schutz vor umherfliegenden Splittern bei Luftangriffen - daher auch die umgangssprachliche Bezeichnung als "Splittergraben".

Einen direkten Bombentreffer hätten diese Schutzeinrichtungen nicht standgehalten. 

Die U-Form der Betonträger war eine gängige und leicht in Serie zu produzierende Konstruktionsform für Anlagen dieser Art. Ab Juli 1944 wurde der typisierte Bau der Schutzeinrichtungen zentral angeleitet.